Der Erfolg beim Sport, sei es beim Krafttraining und Muskelaufbau oder im Ausdauersport, ist von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich und maßgeblich von Faktoren wie der Ernährung, Hormone und insbesondere der genetischen Veranlagung abhängig. Die weltbesten Langstreckenläufer stammen beispielsweise aus Ostafrika, wohingegen die besten Sprinter ihre Wurzeln im Westen Afrikas haben. Hinzu kommt, dass jeder Mensch auch unterschiedlich auf bestimmte Trainingsmethoden bzw. -reize reagiert.

In einer dazu wegeweisenden Studie haben Monica Hubal und weitere Wissenschaftler 585 Probanden (342 Frauen und 243 Männer) demselben, 12-wöchigen Trainingsprogramm unterzogen und die Veränderungen der Muskelgröße und -stärke untersucht. Obwohl alle Personen ein identisches Trainingsprogramm absolviert haben, fiel das Ergebnis sehr unterschiedlich aus. Einige Personen wiesen gar keine Veränderungen auf während andere wiederum einen enormen Anstieg der Muskelgröße und -stärke zeigten. Der Anstieg der Muskelgröße variierte dabei zwischen 2 % und 59 %. Die Steigerung der Muskelstärke, ermittelt durch das one-repetition maximum (1RM), lag zwischen 0 % und 250 %. Anders ausgedrückt konnten also einige Personen ihre Muskelstärke überhaupt nicht verbessern, wohingegen andere ihre Stärke fast verdoppelten. Diese Studie verdeutlichte damals schon, dass Menschen aufgrund ihrer eigenen genetischen Veranlagung unterschiedlich auf Trainingsreize reagieren.

Weiterhin demonstrieren Familien- und Zwillingsstudien ganz klar, dass die Genetik einen signifikanten Einfluss auf die sportliche Leistung und Beteiligung hat, selbst wenn Umwelteinflüsse mitberücksichtigt werden. So liegt die Erblichkeit der Muskelstärke und -masse zwischen 31 % und 78 % und für die Erblichkeit der verschiedenen Muskelfaser-Typen geht man von 50 % aus. Die Frage ist also nicht, ob die eigene sportliche Leistung von den Genen abhängt, sondern wie man das Wissen über die eigene genetische Veranlagung nutzen kann um das Training effektiv zu gestalten.